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Erline Nolte: „Mein großer Traum ist die Heim-WM in Altenberg“

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Winterberg. (ske) Es war eine lange Leidenszeit mit Operation, Verletzungen und deprimierenden Rückschlägen. Seit den vier Läufen am 20. und 21. Februar 2018 bei den Olympischen Spielen in PyeongChang hat Bob-Anschieberin Erline Nolte (BSC Winterberg) nicht mehr im Schlitten gesessen. In dieser Saison will die 30-Jährige einen neuen, wahrscheinlich letzten Anlauf nehmen und ins Team ihrer Vereinskollegin Anna Köhler und damit in den Weltcup zurückkehren. Erline arbeitet hart an ihrem Comeback. Ihr „großer Traum ist die Teilnahme an der Heim-WM 2020 in Altenberg“, wie sie im Gespräch mit der Medien-Abteilung der VELTINS-EisArena sagt.


Frage: Erline, wie geht es Dir nach Deiner langen Verletzungspause in der letzten Saison?
Nolte: Seit acht Wochen bin ich wieder im Training. Ich arbeite hart an meinem Comeback, aber Schritt für Schritt. Nach so langer Zeit fehlt natürlich noch etwas. Ich kann mich noch nicht richtig einordnen.


Frage: Die letzte Saison fiel voll aufs Eis, um das mal so auszudrücken. Verletzungen, Operation, eine lange Leidenszeit: Wie hast Du diese schwere Zeit bewältigt?
Nolte: Bei den Olympischen Spielen in PyeongChang im Februar 2018, dem Höhepunkt meiner Karriere, habe ich das letzte Mal im Schlitten gesessen. Danach fiel die komplette Saison 2018/2019 aus. Mir wurde Mitte letzten Jahres von Dr. Florian Dreyer, dem Verbandsarzt des BSD, ein Knochenstück am rechten großen Zeh entfernt. Danach habe ich vielleicht zu früh wieder trainiert und den Fuß zu stark belastet. Leider hatte ich dann Knochenödeme im Fuß. Die Saison war gelaufen. Der Neustart in diesem Jahr war ebenfalls alles andere als erfreulich. Zu allem Überfluss erlitt ich einen Ermüdungsbruch im Mittelfuß. In Absprache mit Dr. Dreyer und meinem Trainer Heiner Preute vom TV Gladbeck haben wir uns für den Risikoweg entschieden. Der Fuß wurde zwei Wochen komplett ruhiggestellt. Danach folgten Ergometer- und Krafttraining, ehe ich wieder Schrift für Schritt mit dem Lauftraining begonnen habe.


Frage: Hast Du in dieser schwierigen Zeit nicht erwogen, Deine erfolgreiche Karriere zu beenden?
Nolte: Natürlich gab es solche Gedanken. Es war nicht leicht. Aber einfach so aufzuhören? Ich habe mich durchgekämpft und will es noch mal wissen. Ich habe ein gutes Team, das mich immer unterstützt hat.


Frage: Du hast jetzt mit Heiner Preute einen neuen Trainer, nachdem René Spies aufgrund seiner Tätigkeit als Bundestrainer keine Zeit mehr hat, Anna Köhler und Dich zu trainieren.
Nolte: Es war für mich nicht leicht und emotional. René war mein Trainer von der ersten Einheit im Bob-Kanal an. Wir haben uns blind verstanden. Ihm habe ich viel zu verdanken. Mit Heiner Preute habe ich jetzt einen Trainer, der aus der Leichtathletik kommt und andere Schwerpunkte setzt. Aber auch bei ihm bin ich in guten Händen, zumal wir unter anderem mit Annika Drazek, Anna Köhler, Jacqueline Lölling und Alexander Gassner eine starke Trainingsgruppe bilden.


Frage: Wie geht es in dieser Saison weiter?
Nolte: Die Stunde der Wahrheit schlägt beim Zentralen Leistungstest am 14. September in Oberhof. Dann weiß ich, wo ich stehe und mich einordnen kann und ob ich Chancen auf Weltcup-Einsätze habe. Die Selektionsrennen in Altenberg und am Königssee sind für Anfang November terminiert. Ich würde gerne wieder mit Anna starten. Zu Annas Team gehören auch Leonie Fiebig und Lena Zelichowski. Wir verstehen uns alle gut. Wie das alles auch ausgeht, ich hoffe, dass ich fit bleibe.

Frage: Ende der Saison findet 2020 in Altenberg die BMW IBSF Bob & Skeleton-WM, also die Heim-WM statt. 2015 bei der Heim-WM in der VELTINS-EisArena in Winterberg hast Du mit Stefanie Szczurek aus Oberhof einen glänzenden vierten Platz belegt, es flossen Tränen der Freude …
Nolte: Es ist mein Traum, bei der WM in Altenberg zu starten, ein großer, ja ein riesiger Traum. Das wäre ein toller Abschluss, eben von Heim-WM zu Heim-WM.

Frage: Das heißt, Du beendest Deine Laufbahn nach dieser Saison?
Nolte: Das wird wahrscheinlich der Fall sein. Ich habe gemerkt, dass der Körper nicht mehr so mitmacht. Ich hatte ja auch schon mit Rückenproblemen zu kämpfen. Der Körper fordert eben seinen Tribut.

Frage: Wie sieht der Plan nach dem Karriereende aus?
Nolte: Dann werde ich mein Biologiestudium fortsetzen mit dem Master-Abschluss als Ziel.


Wir bedanken und bei Erline für das Interview!

Das gesamte Interview ist auch auf youtube zu finden: Interview Erline

Erline Nolte im Sommertraining. Foto: Inga Bremenkamp
Erline Nolte im Sommertraining. Foto: Inga Bremenkamp

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Sandra Schmitt
medien@veltins-eisarena.de
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Paul Senske
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